Die Manufaktur

Mauzkauz-Produktion ist eine kleine Manufaktur für Hörbücher, Adventkalender und andere akustische Editionen.

Hier entstehen Dinge nicht deshalb, weil eine Marktanalyse ergeben hat, dass sie dringend fehlen. Meist beginnt es mit einem Text, einem Bild, einer Stimme oder einem Einfall, der sich auffällig schlecht wieder weglegen lässt.

Dann wird gelesen, gesucht, gestrichen, gesprochen, geschnitten, gestaltet und gelegentlich länger über eine Kleinigkeit nachgedacht, als Außenstehende für medizinisch notwendig halten würden.

Manche Projekte kommen zügig voran, andere entwickeln erst einmal Charakter.

Fertig ist dabei nur ein Zustand – stimmig wäre schöner.

Wie alles begann

Mauzkauz-Produktion entstand auf die klassische Weise: Erst ist da ein Kater, dann eine kleine Idee, und ehe man sich versieht, hat das Ganze einen Namen, Projekte und eine Artige Direktorin.

Am Anfang stand kein großer Plan, eher eine Reihe von Zufällen, die offenbar beschlossen hatten, sich gegenseitig zu verstärken.

Eine Geschichte sollte hörbar werden. Daraus wurde eine erste Produktion. Dann tauchte ein Adventkalender auf, der ebenfalls nicht in Ruhe gelassen werden konnte. Später kamen längere erzählte Arbeiten dazu, und irgendwann ließ sich nur noch schwer behaupten, das alles seien voneinander unabhängige Einzelfälle.

So wurde aus einer Reihe von Einfällen allmählich eine Arbeitsweise, bei der eine Idee nicht mit der Aufnahme endete, sondern bis zur fertigen Edition weitergedacht werden wollte – erst im kleinen Kreis, dann immer weniger nur dort.

Inzwischen ist aus diesen Zufällen jedenfalls etwas entstanden, das sich ziemlich eindeutig Mauzkauz-Produktion nennt. Ganz ohne Plan ist es längst nicht mehr, aber seine Herkunft lässt sich noch erkennen.

Was hier entsteht …

… sind vor allem Geschichten zum Hören.

Manche kommen mit sehr wenig Gepäck aus: Text, Stimme, Ruhe. Andere erscheinen schon bei der ersten Begegnung mit Ansprüchen an Klang, Bilder, Papier, Hüllen und sonstige Lebensumstände.

Es gibt digitale Ausgaben, kleine physische Editionen und Projekte, die sich erst im Laufe ihrer Entstehung entscheiden, was sie eigentlich werden möchten.

Der Adventkalender hat sich bereits einen festen Platz gesichert. Alles Weitere darf wachsen, wenn Stoff, Zeit und Wirklichkeit sich für eine Weile auf dieselbe Richtung einigen.

Ein Fließband ist nicht vorgesehen. Es würde hier vermutlich ohnehin an irgendeiner Ecke hängenbleiben.

Wie hier gearbeitet wird

Ein Projekt beginnt selten mit einer Tabelle.

Meist ist zuerst etwas da, das Aufmerksamkeit verlangt: eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung, manchmal auch nur der hartnäckige Gedanke, dass ausgerechnet das erzählt werden müsste.

Danach wird es weniger geheimnisvoll und deutlich arbeitsreicher: recherchieren, auswählen, bearbeiten, aufnehmen, schneiden, hören, noch einmal schneiden, gestalten, verwerfen, wiederfinden.

Digitale Editionen ersparen dabei einige Handgriffe – physische nicht. Dafür kann man letztere später anfassen, verschenken und ins Regal stellen, was digitalen Dateien trotz aller Vorzüge nach wie vor nur eingeschränkt gelingt.

Wichtig ist dabei nicht möglichst viel, sondern möglichst stimmig. Text, Ton, Bild, Material und Atmosphäre gehören zusammen, auch wenn sie während der Arbeit gelegentlich so tun, als sähen sie das anders.

Wer hier arbeitet

Der Kauz

Zuständig für Stimme, Text, Bearbeitung, Aufnahme, Schnitt, Ton und einen guten Teil der Wörter, die sich hier herumtreiben.

Außerdem für Ideen, die anfangs überschaubar wirken und später beträchtliche Mengen Ordner, Tonspuren und Zeit besitzen.

Die Artige Direktorin

Zuständig für Bildfragen, Materialfragen, Anmut, Aquarelle, Blickschulung und notwendige Einwände.

Sie erinnert gegebenenfalls daran, dass ein Haus nicht einfach irgendwo stehen kann, ein Fuchs gelegentlich kleiner werden muss und „fertig“ keine hinreichende Begründung für eine gestalterische Entscheidung ist.

Mauz

Namensgeber, Ideengeber, Familienmitglied und eine Instanz von erheblicher stiller Reichweite.

Er hat keine offizielle Stellenbeschreibung. Das scheint ihn bislang nicht daran gehindert zu haben, Zuständigkeit auszustrahlen.

Seine Kerngebiete liegen ungefähr zwischen Anwesenheit, Würde, Blickhoheit und der Fähigkeit, durch bloßes Dasein den Eindruck zu erwecken, ein Vorgang bedürfe noch einmal der Prüfung.

Wofür Mauzkauz steht

Mit der Zeit hat sich dabei eine Haltung eingeschlichen, ohne dass jemand sie eigens beschlossen hätte.

Geschichten sollen hier nicht möglichst laut, schnell oder glatt nach draußen, sondern so, dass Text, Stimme, Klang und Gestaltung zueinander passen. Ein bisschen Eigensinn schadet nicht; eher im Gegenteil.

Humor darf ebenfalls mit, solange er nicht fortwährend nach Aufmerksamkeit verlangt.

Vielleicht ist das überhaupt der gemeinsame Nenner: Geschichten ernst genug zu nehmen, um sie sorgfältig zu erzählen – und nicht so ernst, dass ihnen dabei die Luft ausgeht.

Und wohin das führt

Wohin das alles führt, wird sich zeigen. Die Werkstatt hat Pläne, die Zukunft eigene Vorstellungen, und erfahrungsgemäß treffen sich beide irgendwann irgendwo dazwischen.

Bis dahin wird weiter erzählt, ausprobiert und gelegentlich festgestellt, dass aus einer kleinen Idee schon wieder etwas deutlich Größeres geworden ist.